Heidelbergman 2017

Seit der Heidelbergman 2012 für mich eine Art Wiedereingliederung in den Triathlon geworden ist, ein Jahr nach dem Oberschenkelhalsbruch, ist er für mich zu einer kleinen Tradition geworden. Sicher nicht mein bestes Metier, 820 Höhenmeter auf dem Rad und 160 auf der Laufstrecke sind für mich auch bei der nahezu olympischen Länge eine echte Herausforderung.

2017 wurde die Schwimmstrecke um ca. 250 m verlängert – der starken Strömung im Neckar wegen. Weil auch der Veranstalter nicht wusste, dass es in Flussmitte an der Stelle kurz unterhalb des Wehrs Stehplätze gibt, sind fast alle erst 5 Minuten vor dem Start in den 20 °C kühlen Neckar gestiegen und eifrig gegen die Strömung gepaddelt. Die Schwimmzeit war trotzdem nahe der üblichen, nur so viele Gegenstände habe ich noch nie auf dem Weg unter der Alten Brücke durch zur Neckarwiese „getroffen“.

Kurz unter der „Wasserschachtel“ unterstützen zum Glück Helfer die Schwimmer beim Ausstieg. Beim Erklimmen der Treppe erwischt mich der erste Krampf im Oberschenkel, eine Minute Standzeit – die sich anfühlt wie fünf, während hunderte Konkurrenten vorbeilaufen – ist notwendig, bis ich zum Rad humpeln kann. Auch dort, beim Ausziehen des Neos, das gleiche Spiel – so türme ich mehr als sechs Minuten für den Wechsel aufs Rad zusammen.
Egal, mit dem Rad geht es erst einmal entlang des Neckars flach bis zur Alten Brücke zurück, dann auf Kopfsteinpflaster quer durch die Altstadt bis es steil wird. Zwei Mal muss man auf den Königsstuhl hoch, teilweise giftig steil, viel durch den Wald, eine sehr schöne Strecke – besonders die tolle Abfahrt. Durch die Krämpfe gewarnt bin ich bergauf vorsichtig unterwegs und komme auch ohne neuerliche Probleme wieder in die Wechselzone – diesmal klappt es in 2 Minuten, von der ersten bis zur zweiten Zeitnahme. Die Sonne scheint, 26 °C, perfektes Wetter, weiter geht’s!

Das Laufen auf den Philosophenweg kenne ich noch von einigen Halbmarathons Ende der 90er. Es geht am Anfang zackig hoch zum Philosophenweg, auf dem es tolle Ausblicke auf Schloss und Altstadt gibt. Sobald man in den Wald taucht, steigt es nur noch stetig bis etwa km 3,5, danach wird es wellig bis zum Wendepunkt. Bis etwa km 6 ist alles okay, danach merke ich, dass ich vorsichtiger laufen muss und letztlich erwischt mich 800 m vor dem Ziel ein weiterer Oberschenkelkrampf. Stehenbleiben, Geduld, Humpeln, wieder überholen gefühlt alle, die ich eingesammelt habe. Letztlich war ich hochzus deutlich schneller als runter, aber egal, ich bin angekommen, keine Panne, kein Sturz, und Spaß hat es jede Menge gemacht.

Text/Bilder: Jochen Mönch

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